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Der Albtraum-Präsident

Bild: Weißes Haus

Ein Kommentar zur ersten Trump-Woche

Viele hatten gedacht: So schlimm wird es schon nicht werden. Der Großmaul-Wahlkämpfer Donald Trump muss sich halt austoben, aber wenn er erst mal gewählt ist, wird er sich schon präsidial mäßigen. Die US-Verfassung und seine eigene Partei würden ihm Zügel anlegen. Aber schon die erste Trump-Woche war ein Albtraum:

  1. Die Mauer zu Mexiko wird gebaut.
  2. 20 Millionen arme US-Bürger sind jetzt ohne Krankenversicherung.
  3. Die Klimaerwärmung ist verschwunden – von Trumps Webseite.
  4. US-Wissenschaftler sehen die Gefahr eines Atomkriegs – wie auch Michail Gorbatschow.
  5. Trump Originalton: “Folter funktioniert”.

Der mächtigste Mann der Welt ist jetzt der gefährlichste Mann der Welt. Und dieser absolut Unberechenbare hält den Atomkoffer in der Hand. Die “Doomsday Clock”, jene symbolische Weltuntergangsuhr, deren Zeiger auf Mitternacht vorrückt, verharrte in den vergangen Jahren bei drei Minuten vor 12. Doch nach den Entwicklungen im vergangenen Jahr sahen sich die Wissenschaftler gezwungen, die Uhr um weitere 30 Sekunden auf jetzt zweieinhalb Minuten vor 12 vorzurücken.

Näher am Abgrund sei die Welt nur im Jahr 1953 gewesen, sagte der US-Physiker Lawrence Krauss dazu. Damals hatten sowohl die Sowjetunion als auch die USA die Wasserstoffbombe entwickelt, weshalb die Weltuntergangsuhr auf zwei Minuten vor Zwölf gestellt worden war.

Diesmal sind die Wissenschaftler besorgt über das Versagen der internationalen Gemeinschaft, entschlossen gegen die zwei größten Bedrohungen der Menschheit vorzugehen: die Verbreitung der Atomwaffen und den Klimawandel. Hinzu komme der weltweit wachsende Nationalismus. Insbesondere mit dem neuen US-Präsidenten Donald Trump gingen die Wissenschaftler hart ins Gericht. Seine Bemerkungen über die Weiterverbreitung von Atomwaffen an Japan und Südkorea sowie sein Leugnen des Klimawandels seien besorgniserregend.

Mit China führt Trump bereits einen Handelskrieg. Beinahe täglich eskaliert der Konflikt zwischen den beiden größten Handelsmächten des Planeten.

In dieser Situation wird das, was Michail Gorbatschow in seinem neuen Buch vorschlägt, so etwas wie ein zukünftiges Kontrast-Programm für eine bessere Welt. In seinem “Appell an die ganze Welt” verlangt der frühere sowjetische Staats- und Parteichef und als Friedensnobelpreisträger

  1. eine atomwaffenfreie Welt,
  2. militärische Abrüstung statt neues Wettrüsten,
  3. wirtschaftliche Kooperation statt Konfrontation,
  4. Brücken statt Mauern.

Trump pfeift auf ein solches Programm der Vernunft aus Moskau. Der neue US-Präsident Trump trampelt schon nach wenigen Tagen Amtszeit auf demokratischen Werten herum wie früher die Diktatoren in der Sowjetunion. Er macht die USA zu einer Bananenrepublik. Zugleich aber beginnen die Gegenkräfte, sich zu formieren – in den USA, aber auch in Europa.

Gorbatschows Traum von “unserem gemeinsamen Haus Europa” kann immer noch wahr werden. Das liegt ausschließlich an uns Europäern. Die EU sollte jetzt ihre Sanktionen gegenüber Russland überdenken und Moskau ein Angebot für eine Aufnahme in die EU machen.

 

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