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König Donald haut ein Dekret nach dem anderen heraus

Unterdessen hat König Donald, den manche für die Wiedergeburt des Kaisers von China halten, den man „Mao“ nannte, andere gar für eine Inkarnation des blutdurstigen Führers Adolf, einfach mit dem Regieren begonnen.

Wäre er nur ein eitler Fatzke, könnte er es sich mit seiner schönen Frau auf dem Thron gemütlich machen – oder Obamas königlichen Rekord von 306 Runden Golf brechen – doch König Donald haut ein Dekret nach dem anderen heraus. Das neue „Yes we can“ heißt „Yes we do“. Als eine seiner ersten Amtshandlungen hat er einen von König Obama als „TTP“ ausgehandelten Vertrag mit den asiatischen Königreichen in die Tonne getreten. Dieser, so befürchtet Donald, würde nur zu weiteren Schließungen von Werkstätten im exzeptionellen Königreich führen.

Was übrigens auch King Bernie so sieht, der bekanntlich nicht König werden konnte, obwohl er den Endkampf gegen Donald locker gewonnen hätte. Er hatte ja deutlich mehr Anhänger als Hillary und nur weil die herrschsüchtige Vizekönigin und ihre Clique den allseits beliebten Bernie durch gemeinen Betrug aus dem Rennen boxten, bekam der Springteufel Donald überhaupt eine Chance auf den Thron – und nutzte sie.

Auf seiner Anschlagtafel im Weißen Haus verkündet er gleich nach seiner Inthronisierung: „Die Donald-Regierung wird eine Law & Order Regierung sein“. Wobei er aber Gesetze, die ihm nicht passen, vorher noch schnell abschafft, wie zum Beispiel viele Umweltschutzvorschriften. Die allgemeine Gesundheitsvorsorge, die Obama eingeführt hatte, aber nicht richtig umsetzte, schaffte er ebenfalls gleich wieder ab. Dafür will er die reiche Gilde der Heilmittel-Hersteller, die ihre Arzneien zu überteuerten Preisen anbieten, zu massiven Preisnachlässen zwingen. Ob das funktioniert, bezweifeln viele, wie Donald mit seinen Aktivitäten als neuer Herrscher ja überhaupt das ganze Königreich in ein Wechselbad der Gefühle versetzt. Die einen halten ihn für einen göttlichen Superhelden, die anderen für die Ausgeburt der Hölle, und je mehr sich die eine Seite empört, desto lauter lässt die andere den Donaldismus hochleben. Dazwischen gibt es derzeit im ganzen Königreich quasi nichts.

Weil es aber nicht hilft, sich dauernd nur darüber zu beschweren, dass Donald sein Königreich an die „erste Stelle“ setzen will, kamen aus anderen Teilen der Welt passende Reaktionen: Der König der Niederlande etwa reichte bei Donald ein Gesuch sein, sein schönes Holland doch bitte „an zweiter Stelle“ anzunehmen – und eröffnete damit das Rennen um die Gunst von Donald dem I. Nachdem dieser per Dekret sein Versprechen einlöste, für 40 Milliarden Taler eine Mauer an der Grenze zu Mexiko zu bauen, schickten die Bewohner der Falkland-Inseln sofort ihre Premierministerin mit der Bitte zu Donald, auch um ihr Territorium eine Mauer zu bauen – gegen die Argentinier – sowie der Garantie, dass sie sie selbst bezahlen.

Was die salafistischen Wickelmützen und ihr „Kalifat“ ISIS betrifft, hat König Donald angekündigt, wie hier schon erwähnt, dass er es „vom Antlitz der Erde beseitigen“ wird und er will dazu notfalls auch auf Folter zurückgreifen und den Meistern der Intelligence gestatten, weitere „Black Sites“ einzurichten, in denen sie diesem Handwerk ungestört nachgehen können. „Wir müssen Feuer mit Feuer bekämpfen“, sagte er dazu in einem Interview, in dem er auch davon sprach, vor der Zerstörung von ISIS für die Bevölkerung Syriens „safe zones“ einzurichten. Das sind Pufferzonen, in denen die Menschen vor kriegerischen Handlungen geschützt sind, und die auch ganz im Sinne des ehemals Ultrabösen sind, mit dem Donald in dieser Sache zusammenarbeiten will.

Was aber machen die hiesigen Herolde aus den von König Donald avisierten Schutzzonen? Sie behaupten, dass es sich um „Flugverbotszonen“ handelt: „Donald plant Flugverbotszone und fordert Wladimir Putin heraus“, behauptete der „Spiegel“, den man schon lange „das ehemalige Nachrichtenmagazin“ nannte, und die alte Tante FAZ sekundierte: „Donald will eine Flugverbotszone in Syrien einrichten.“ Das will er aber gar nicht. Vielmehr will er demnächst mit Waldimir dem Schrecklichen persönlich sprechen, weshalb wir es bei diesen Meldungen wohl einmal mehr mit „Fake News“ zu tun haben. Sowie mit einem Beleg, dass die Ausrufer auf den hiesigen Atlantikbrücken noch immer noch mit ihren alten Textbausteinen aus dem Nato-Sprech hantieren und noch nicht gecheckt haben, dass unter Donald ein neuer Wind weht.

Zum Glück. Denn dass Hillary energisch für „Flugverbotszonen“ stritt, weil sie über Damaskus „Königin der Drachen“ spielen wollte, hätte in einem schrecklichen Desaster gemündet, da Wladimir dem syrischen König seine „S 400“ zur Verfügung gestellt hatte, die man auch das „Höllensystem“ nannte und die als die beste Kampfdrachen-Abwehr der Welt gilt. Dass Donald und seine Generäle nicht so dumm sind dieser Abwehr ihre teuren Drachengeschwader zu opfern, stattdessen Schutzzonen am Boden einrichten und mit Putin kooperieren wollen, wird deshalb nicht nur von seinen Verehrern als sehr vernünftig angesehen.

Wer aber auch nur ein gutes Haar an dem König mit der prächtigen Eichhörnchenfrisur lässt, riskiert umgehend als „Donald-Versteher“ oder gar als Anhänger eines faschistoiden Donaldismus beschimpft zu werden. Dass einige seiner Ideen fürchterlich scheinen, ändert zwar nichts daran, dass andere durchaus taugen könnten, doch zu irgendeiner Differenzierung sind die Donald-Gegner im exzeptionellen Königreich derzeit noch nicht in der Lage. Alles, was er sagt ist Lüge, alles was er macht, eine Katastrophe – selbst wenn er in vielen Fällen nur fortsetzt (wie etwa bei der mexikanischen Mauer), was seine Vorgänger längst angerichtet haben. Solange die Opposition gegen Donald auf diesem Kindergarten-Niveau agiert, wird sie ihm keine Anhänger abspenstig machen, sondern zutreiben. Und das in Scharen, falls einige seiner „verlogenen“, „falschen“, „aussichtslosen“, „katastrophalen“ Aktivitäten tatsächlich funktionieren …

https://heise.de/-3610062

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