Schöpfungslehre in den Biologieunterricht

Leipzig (RPO). Erstmals hat sich ein deutscher katholischer Bischof für die Aufnahme der biblischen Schöpfungslehre in den Biologieunterricht ausgesprochen. Der Augsburger Bischof Mixa sagte, es gebe keinen Absolutheitsanspruch der Evolutionstheorie.

Mixa unterstützte damit in der “Leipziger Volkszeitung” (Freitag) die Forderung der hessischen Kultusministerin Karin Wolff (CDU). Es gehe darum, eine verloren gegangene Dimension des Denkens und der Vernunft zurückzugewinnen.

Der Bischof sagte, es gebe keinen Absolutheitsanspruch der Evolutionstheorie. Die Naturwissenschaften hätten großartige Entdeckungen gemacht, stünden aber in der Gefahr, “diese Erkenntnisse über die materielle Welt absolut zu setzen und dabei die Vernunft zu verlieren”.

Mixa verteidigte Wolff gegen den Vorwurf, sie unterstütze den Kreationismus. Sich in der Schulpraxis auf die Vermittlung der Evolutionstheorie festzulegen, habe etwas Totalitäres und sei aus Sicht der Wissenschaft unvernünftig. Der christliche Glaube aber sei die Entscheidung für den Vorrang der Vernunft.

Wolff, gelernte evangelische Religionslehrerin, hatte zur Begründung ihres Vorstoßes auch auf eine “erstaunliche Übereinstimmung” der symbolhaften Erzählung der Bibel mit der wissenschaftlichen Theorie verwiesen. Ihr Votum stieß parteiübergreifend bei Bildungspolitikern auf Kritik.

Mixa fürchtet zudem Langzeitfolgen, sollte der Religionsunterricht vor allem in Ostdeutschland weiter ein Nischendasein führen. Religiöses Unwissen führe zu einer gefährlichen Kultur- und Hoffnungslosigkeit.

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