Die Ampel wechselt die Farbe
Geronimo | 16. August 2007Heute erklingt der Ruf nach Denkverboten vor allem aus der Ecke ideologischer Naturwissenschaftler.
Die hessische Kultusministerin, Karin Wolff, plädierte kürzlich vor der ‘Frankfurter Allgemeinen Zeitung’, dass im modernen Biologieunterricht auch die Grenzen der Naturwissenschaft sowie Fragen nach dem Sinn des Seins von Welt und Menschen eine Rolle spielen sollten.
Frau Wolff stützt sich dabei auf die hessischen Lehrpläne für den Biologieunterricht.
Diese bestimmen, dass die naturwissenschaftliche Diskussion durch eine Auseinandersetzung mit philosophischen und theologischen Überlegungen zu ergänzen ist.
Auf diese Äußerungen der Kultusministerin gab es im deutschen Blätterwald ein Rauschen mit ironischem bis sarkastischem Tonfall.
Der Titel “Also Biologieunterricht mit der Bibel?” in der ‘Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung’ war noch der harmloseste der Kommentare.
Natürlich ritt auch der kämpferische Kasseler Evolutionsbiologie, Ulrich Kutschera, sogleich gegen die Ministerin in den Krieg.
Er verstieg sich sogar zu der Behauptung, dass Frau Wolff mit ihrer Aufwertung von philosophisch theologischen Fragen eine “Nichtwürdigung” der harten Arbeit der Naturwissenschaftler betreibe.
An Wochenenden macht Kutschera selber Feldforschung an den Tümpeln im Umkreis von Kassel. Dabei beobachtet er die Brutpflege von Egeln.
An dieser gelingt es ihm immer wieder, die für ihn zufallsgesteuerte und damit “geistlose” Evolution zu beweisen.
Nervös aber wird der geist- und gottlose Egelforscher und mit ihm die Zunft der Evolutionsbiologen, wenn von den “Grenzen naturwissenschaftlicher Erkenntnis” gesprochen wird.
Das rationale Hinterfragen naturwissenschaftlicher Methoden und Ergebnisse sowie Fragen nach Sinn und Ziel des Daseins weckt in ihnen ganz unwissenschaftliche Abwehrreaktionen.
Plötzlich sehen die Grünforscher rot.




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