Kerner & Co sind die Inquisitoren von heute
Geronimo | 25. Oktober 2007Der aus Israel stammende Historiker Michael Wolffsohn meint in einem Kommentar, dass die Aufregung um Eva Herman Quatsch sei - “Nicht sie ist schuld, dass Deutsche in Adolf Hitler auch Gutes sehen, wie eine Forsa-Umfrage ergab, sondern andere”
München (www.kath.net)
Die von einigen deutschen Medien ins schräge Licht gestellte Buchautorin Eva Herman bekommt jetzt mediale Unterstützung von dem in Israel geborenen Historiker und Politikwissenschaftler Michael Wolffsohn, der Herman in einem Kommentar für die “Netzeitung” verteidigt und betont, dass die Aufregung um Eva Herman Quatsch sei.
“Nicht sie ist schuld, dass Deutsche in Adolf Hitler auch Gutes sehen, wie eine Forsa-Umfrage ergab, sondern andere.”, betonte Wolffsohn, der an der Universität der Bundeswehr in München Neuere Geschichte lehrt.
Der Historiker erklärt, dass jemand, der “dumme, genauer: ganz und gar undifferenzierte Fragen” stellt, “dumme oder ganz und gar undifferenzierte Antworten” bekomme. “Das Teuflische an der NS-Politik war ja gerade, dass sie den Deutschen sowohl Zuckerbrot als auch Peitsche bot.” Wolffsohn betont, dass Eva Herman den Nationalsozialismus keineswegs grundsätzlich verteidigt habe. “Letztlich hat sie, mit anderen (nicht so gescheiten und daher gescheiterten) Worten nichts anders ausgedrückt als Professor Thamer mit ‘Verführung und Gewalt’. Aber wir leben in einer medialen Massengesellschaft der Analphabeten, in der man (wie einst) für das eigene Versagen (hier: die Unfähigkeit zuzuhören, richtig zu zitieren und richtig zu verstehen) nach Sündenböcken sucht.”
Für Wolffsohn ist klar, dass jemand, der bei Umfragen nur nach den Verführungen durch die Nazis fragt, diese bestätigt bekommt, “denn diese gab es, damit die Deutschen so dumm würden, sich freiwillig abschlachten zu lassen und dabei andere abzuschlachten. Aber die vermeintlich Gescheiten sind auch nicht klüger geworden. Sie laufen alle mit, voll im Mainstream. Was für ein Glück, dass in der bundesdeutschen Demokratie die Weichen ‘von oben’ anders gestellt wurden. Der Mitläufer und dann sicher der Mitmacher wegen müsste man vielleicht schon an Auswanderung denken.
Artikel erschienen bei kath.net




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