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Elternratgeber “Körper, Liebe, Doktorspiele”

Geronimo | 19. November 2007

In Deutschland wird gegenwärtig versucht, einen gigantischen Pädophilieskandal unter den Teppich zu kehren. Eine staatliche Stelle rief jahrelang zu Kindesmissbrauch auf.

Titelblatt der perversen Broschüre: Körper, Liebe, Doktorspiele

(Klick auf Bild um zu Vergrößern)

“Jahrelang hat das Bundesfamilienministerium Aufklärungsratgeber vertrieben, die eindeutig zum Kindesmissbrauch aufriefen.”

Das erklärte der Soziologe Gerhard Amendt (68) in einem Essay, das am 26. Oktober in der deutschen Tageszeitung ‘Welt’ publiziert wurde.

Amendt ist Professor für Geschlechter- und Generationenforschung an der Universität Bremen.

Er bezieht sich auf den kindergefährdenden Elternratgeber “Körper, Liebe, Doktorspiele”, der seit 2001 von der deutschen ‘Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung’ vertrieben wurde.

Die hochumstrittene Broschüre aus Zeiten rot-grüner Familienpolitik wurde in einer Nacht- und Nebelaktion von der CDU-Familienministerin Ursula von der Leyen aus dem Verkehr gezogen.

Genitalien-Grapschen

Amendt deckt in seinem Essay die perfide Verschleierungstaktik auf, die in dem Werk verwendet wird: “Dadurch werden die Texte weniger angreifbar und der Leser merkt nur allmählich, wie ihm geschieht.”

So versuche “Körper, Liebe, Doktorspiele” die Eltern zu verpflichten, ihren Kindern alles zu zeigen und sie alles befühlen zu lassen, was sie an deren Körper interessiert:

“So sollen die Kinder die Eltern erkunden, die zu diesem Zweck den Kindern ihre Sexualorgane öffnen sollen.”

Anfassen sei sexualerzieherisch wertvoller als Reden.

“Als Selbstverständlichkeit wird hinzugefügt, dass Eltern sich dabei sexuell erregen” - so Amendt.

Zugleich versuche das Werk, die Unterschiede zwischen Männlichem und Weiblichen einzuebnen.

Es werde die Illusion erweckt, dass gutes Leben zwischen den Geschlechtern erst beginnen könne, wenn solcherlei Unterschiede abgeschafft seien: “Eine rabiate Kampfansage an jede individualisierte Lebensführung und privat verfasste Lebenskultur.”

Offene Drohgebärden

Die Broschüre versucht nach Amendt, die Sexualität in einem ersten Schritt zu banalisieren.

So erklärt sie, dass Eltern ihren Kindern das Lesen, den Unterschied zwischen roten und grünen Ampeln und vieles mehr beibringen würden: “Warum aber machen sie eine Ausnahme bei der Sexualität” - unterstellt die Broschüre.

Die Antwort von Amendt: “Weil Sexualität weder eine Verkehrsampel, noch eine Leseübung, noch vieles andere mehr ist.”

Der Ratgeber bläue seine Banalisierungs-Ideologie den Eltern mit offenen Drohgebärden ein: Eltern, die sich der Gleichsetzung von Äpfeln und Birnen widersetzten, würden ihre Kinder erst richtig sexbesessen machen - was Eltern angeblich am meisten fürchten.

Belohnend wird den Eltern geweissagt, dass ihre Kinder an Sex geringeres Interesse entwickeln, wenn sie ihnen ihren Körper zum Betasten und Beschauen zugänglich machen.

Doch Amendt informiert, dass solche Weissagungen weder von Psychotherapie noch Psychiatrie bestätigt werden.

Die Psychotherapie von Missbrauchten zeige, “dass der Zugang zu den Sexualorganen der Erwachsenen die Kinder verstört oder traumatisiert”.

“Es hat kulturell bewährte Gründe, wenn Eltern es beim Reden bewenden lassen und inzestartiges Handeln vermeiden.”

Typisch für Charaktergestörte

Nach Amendt übernimmt der sogenannte Ratgeber Argumente, “die von Personen mit schweren Charakterstörungen zu hören sind, wenn ihnen die Schädlichkeit ihres Verhaltens vor Gericht vorgehalten wird”.

Nach der schwer gestörten Innenwelt von Kinderschändern wünschen sich Kinder angeblich diese Genitalerkundungen:

“Eine solche Verkennung ist typisch für Charaktergestörte, die in Psychiatrie und psychologischer Diagnostik als Pädophile eingeordnet werden.”

Auf der gleichen Linie heißt es in der Broschüre, dass ein Kind durchaus einmal in den geräuschvoll verlaufenden Sex seiner Eltern hineingeraten könne.

Dann sollten die Eltern das Kind einfach zu sich ins Bett nehmen und ihm sagen, das sei wie beim kindlichen Spiel, bei dem ginge es ja mitunter auch ganz schön laut her.

Amendt führt solche Aussagen auf die Ideologie der Broschüre zurück, wonach Unterschiede zwischen Erwachsenen und Kindern eingeebnet werden müßten:

“Deshalb darf die elterliche Leidenschaft nichts anderes sein als das wilde Schreien von Kindern beim Spiel.”

Wenn der Sohn um das vierte Lebensjahr herum mit seinem Vater um die Mutter rivalisiert, wird Ehefrauen empfohlen, “ihre Liebe zwischen beiden gerecht aufzuteilen”.

Amendts erstaunte Frage: “Seit wann teilen Ehefrau und Ehemann ihre Liebe zueinander mit ihren Kindern?”

Die Ideologie der Broschüre trübe den Blick für die Tatsache, dass zwischen der zärtlichen Liebe von Eltern zu ihren Kindern und der erotisch-sexuellen Liebe zwischen Mann und Frau ein grundsätzlicher Unterschied besteht:

“Die Liebe zu den Kindern ist nur zärtlich. Ist sie es nicht, dann ist sie missbräuchlich.”

Ideologie der Geschlechter-Gleichschaltung

Die morsche Wurzel der Broschüre entdeckt Amendt in der Ideologie der Geschlechter-Gleichschaltung - auf Englisch: Gender Mainstreaming.

“Die Vorstellung, dass man sich mit Unterschieden abfinden muss, kränkt ihre Anhänger zutiefst.”

Deshalb herrsche unter den Anhängern der Geschlechter-Gleichschaltung eine aggressive Gereiztheit besonders über die Unterschiede der Genitalanatomie.

In Schweden, dem großen Vorbildland der Geschlechter-Gleichschaltung, wolle man sogar verhindern, dass sich Jungen das Pinkeln im Stehen angewöhnen:

“Als ob das Fantasien von besonderen Machtausstattungen der Jungen unter Mädchen dämpfen würde, wenn denen der lenkbare Strahl aus der Hand genommen wird, über den sie selber nicht verfügen.”

Die Sache muss auf den Tisch

Amendt wundert sich, daß trotz ständiger Debatten über sexuellen Missbrauch niemand - nicht einmal Kirchen - gegen den sogenannten Ratgeber Sturm gelaufen sind:

“Das Familienministerium hat über mehrere Jahre Empfehlungen für missbräuchliche Beziehungen als Elternbildung ausgegeben - und vertreiben lassen.”

Ein erziehungspolitischer Skandal eines solchen Ausmaßes lässt sich nach Amendt nicht dadurch aufklären, dass Datenträger eingezogen werden.

Er fordert, dass Ideologien der Geschlechter-Gleichschaltung aus dem deutschen Familienministerium beseitigt werden, welche Empfehlungen zu gewalttätiger Sexualerziehung mit Sexualaufklärung verwechselten.

Erst dann könne Aufklärung beginnen.

Ebenso müssten mehr als 600.000 Leser, in einer Art Rückrufaktion, darüber informiert werden, “dass der Ratgeber Aufforderungen zu sexuellen Handlungen zwischen Kindern und Eltern enthält, die nicht befolgt werden dürfen, weil sie die Kinder beschädigen und deren Beziehung zu ihren Eltern wie zur Familie zerstören”.

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Allgemein, Politik
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Doktorspiele, Elternratgeber, Körper, Liebe
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2 Antworten

Jeder Gutachter wird sich freuen wenn Eltern sich an diese

Johann L. Beckers | 14. Februar 2008

Jeder Gutachter wird sich freuen wenn Eltern sich an diese Broschüre “Körper, Liebe, Doktorspiele” halten.
Sexueller missbrach würde ihnen vorgeworfen und das Kind würde sofort per Gericht aus der Familie genommen und in ein Heim gesteckt. Dort kann es dann seinen Erfahrungen an andere Heimkinder weitergeben. Ein Skandal!
Diese Broschüre gibt es schon seit 2001. Und, wo waren die ganzen Kinderschutzverbände, liegen alle im Tiefschlaf?

Beste Grüße

Ich teile die Kritik, dass an den Broschüren, die ich

Klaus Heck | 12. August 2008

Ich teile die Kritik, dass an den Broschüren, die ich ebenfalls für gefährlich halte, Erotik verharmlost wird. So ist kein Wunder, dass viele Eltern sie als \

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