Was der Kirche schadet
Nicht Bekennermut schadet dem Image der Kirche, sondern Feigheit, Anpassung und Lauheit - Ein Kommentar von Markus Reder / Die Tagespost.
Würzburg (www.kath.net/DT)
Das Prinzip ist ebenso einfach wie durchsichtig. Wer Widerspruch wagt und Auseinandersetzungen nicht scheut, wird als “ausfälliger”, “nicht ernstzunehmender” Fundamentalist gebrandmarkt. Dieses Vorgehen hat Methode. Die ständigen Attacken gegen “die drei Ms” (Meisner, Müller, Mixa) sind nur ein Beispiel. Ein anderes ist die jüngste Empörung über den Bischof von Fulda.
Heinz Josef Algermissen hatte den Kindergärten seines Bistums den Besuch eines Theaterstücks zur Sexualaufklärung untersagt, weil es, so der Bischof, nicht mit dem katholischen Verständnis von Aufklärung und Sexualität vereinbar ist. Dass “Donum vitae” diese Aufführung organisiere, zeige, dass dies “keine katholische Vereinigung ist”, sagte Algermissen. Über solch klare Worte entrüstete sich erst “Donum vitae”.
Gestern dann schoss “Die Welt” in ihrer Online-Ausgabe gegen den Bischof. Sie reihte ihn unter die “episkopalen Störenfriede”, die - so war zu lesen - dem Image der Kirche schaden. Was zeigt das? Solange Kirche nett und angepasst ist, dürfen sich ihre Repräsentanten halbwegs freundlicher Behandlung gewiss sein. Wo sie nicht bereit sind, einer zunehmend degenerierten Gesellschaft den freundlichen Grüßgottonkel zu geben, wo sie auch innerhalb der Kirche deutlich machen, was katholisch ist und was nicht, da lauert die Abteilung Attacke.
Nein, es geht nicht darum, mit inszeniertem Krawall Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen. Es geht darum, klarzumachen, wofür Kirche steht und gesellschaftliche und politische Missstände offen anzusprechen. Nicht Bekennermut schadet dem Image der Kirche, sondern Feigheit, Anpassung und Lauheit. Dass Mut und Klugheit zusammengehören, wenn eine wirksame Kontrasthermeneutik auch heilsam sein soll, versteht sich von selbst.
Foto: © www.kath.net




Bisher keine Kommentare