Politik rot-weiß
Früher waren die Dinge übersichtlich. Die Deutschen lieben ja klare Mehrheiten. Sie mögen es möglichst unifarben. Braun, Rot, Schwarz
Ist lange her. Deutschland ist in Bewegung, koalitionsmäßig. Neue Bündnisse, neue Farben. Ohne gute Parteifarbe kann man heute einpacken. Auch die Linke. Als Neugründung hätte sie das Recht auf eine neue Farbe gehabt. Bockigerweise nahm sie Rot, wie die SPD. Das macht es unnötig kompliziert. Weiß wäre ideal, nichtssagend, eine tolle Politikfarbe. Für Beck wäre die Sache mit den Weißen leichter. Rot- Rot klingt, als käme der Russe doppelt. Rot-Weiß klingt nach Pommes und Polen. Vor Pommes und Polen hat keiner Angst.
Auch Namen werden wichtiger. Als die Parteijungs nach einem hübschen Begriff für ein Bündnis aus Union, FDP und Grünen suchten, dachten sie erst an die wunderschöne Formulierung “Schwarze Ampel”. Dann kürzten sie es runter auf das knackige “Schwampel”. Dann sagte jemand: klingt nach Bierbauch. Dann suchten sie schwarz- gelb-grüne Flaggen und fanden die Gemeindefahne von Gompertshausen (Thüringen) und die Fahne von Jamaika. Sie entschieden sich gegen “Gompertshausen-Koalition”. Im Mehrparteiensystem wählt der Wähler wenig Inhalt, dafür viel Lebensgefühl. Es ist deshalb völlig richtig, dass die FDP das Angebot von SPD und Grünen ablehnt, eine “Ampel” zu bilden. Der Name ist Mist. Man denkt an bremsen, warten, geblitzt werden. Es gäbe bessere Namen für Rot, Gelb, Grün. Warum nicht “Burkina-Faso-Koalition”? Vierer-Kombinationen werden auch kommen. Fünfer-Kombinationen. Bockt die Linke nicht länger rum und wechselt von rot nach weiß, ist alles möglich. Auch die GGK, die Ganz Große Koalition: CDU, SPD, Grüne, FDP und Linke. Die Big Five. Keiner weiß, was das politisch bedeutet. Aber ein hübscher Name wäre da: Mosambik-Koalition.
Flagge Mosambik




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