Wo bleibt der Anstand?
Geronimo | 8. März 2008Die Raffgier kennt keine Grenzen
Steuerhinterziehung gibt es schon so lange wie es Steuern gibt. Neu allerdings sind die Dimensionen der Betrügereien. Es handelt sich schon längst nicht mehr um Einzelfälle.
Der mit dem Namen Zumwinkel verknüpfte Skandal macht nur allzu deutlich: Offensichtlich gilt es in gewissen Kreisen als völlig normal, Gesetze zu brechen und auf Kosten des Gemeindewesens abzusahnen. Die Raffgier scheint keine Grenzen zu kennen.
Regeln und Gesetze jedoch gelten für alle. Und deshalb ist es gut und richtig, dass die zuständigen Behörden mit Nachdruck ermitteln und die Verfahren in Gang bringen. Steuerbetrug ist eben kein Kavaliersdelikt. Erst recht nicht, wenn es um Millionenbeträge geht.
Es ist auch richtig, über schärfere Gesetze nachzudenken, wie es Politiker von SPD und Union tun. Im Strafmaß muss deutlich werden. Es handelt sich hier um Verbrechen, nicht um bloße Vergehen.
Zudem ist es überfällig, das Risiko des Erwischtwerdens zu erhöhen. Wer nicht kontrolliert wird, hat nichts zu befürchten. Der Staat braucht also schlicht mehr qualifizierte Kontrolleure.
Schärfere Gesetze und höherer Druck sind das einzige. Zugleich muss jetzt endlich eine Wertedebatte geführt werden. Wie ist es in diesem Land um den Grundkonsens in ethischen Fragen bestellt?
Deutschland braucht eine neue Kultur des Anstands. Es sollte wieder selbstverständlich werden, was sich gehört - und was nicht. Manager, zum Beispiel, können nicht nur die Beachtung ethischer Grundsätze von den Beschäftigten einfordern, sie müssen sich auch selbst daran messen lassen.




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