Predigt zu Christi Himmelfahrt von Bischof von Aachen

Beim Pontifikalamt zu Christi Himmelfahrt begann der Bischof von Aachen mit einer Predigt, die aber schnell zu einer politischen Ansprache degenerierte.

Am 01.05.2008 zelebrierte der Bischof Heinrich Mussinghoff von Aachen, das Pontifikalamt zu Christi Himmelfahrt in erlauchter Gesellschaft.

Mit von der Partie waren die deutsche Bundeskanzlerin Angela Sauer (geschiedene Merkel), der spanische König Juan Carlos I., der Präsident der Europäischen Kommission, José Manuel Barroso, der Präsident des Europäischen Parlaments in Straßburg, Hans-Gert Pöttering, und der Ministerpräsident des Landes Nordrhein-Westfalen, Jürgen Rüttgers.

In seiner Predigt ließ der Bischof die - Zitat der diözesanen Webseite - “Gottesdienstbesucherinnen und -besucher” in die Darstellung des auferstandenen und wiederkehrenden Christus in der Kuppel des Aachener Doms hinaufblicken.

Kaiser Karl der Große habe die ihm anvertraute Macht vor Christus verantwortet. Diese Sicht habe über tausend Jahre der europäischen Geschichte bestimmt.

Im weiteren verlegt sich der Bischof darauf, mehr oder weniger originelle politische Meinungsäußerungen von sich zu geben. Die Himmelfahrt ließ er dabei an sich vorbeiziehen.

Das klang etwa so: “Die Macht ist nicht zu eigen gegeben den Mächtigen in Politik und Wirtschaft, in Kultur und Gesellschaft.”

Oder so: “Und es geht nicht an, dass die Macht das Recht hat, sondern, dass das Recht die Macht hat, auch und gerade in unserer Europäischen Union.”

An die deutsche Bundeskanzlerin gewandt erklärte er, dass der unter dem deutschen Ratsvorsitz ausgearbeitete EU-Grundlagenvertrag von Lissabon die “Werte und Ziele” erweitert habe, denen sich die Union angeblich verpflichtet fühle.

Auch die Charta der Grundrechte bilde einen Beitrag zur Fortentwicklung der EU zu einer angeblichen Wertegemeinschaft - unterstellte der Bischof.

Die katholische Kirche bedaure aber, dass die Präambel nur vom “kulturellen, religiösen und humanistischen Erbe Europas” spreche, aber den Beitrag des Christentums in Geschichte und Gegenwart verschweige.

Hier bleibe das Desiderat, die “jüdisch-christlichen” Wurzeln Europas, und den “Anteil des Islam” zu benennen.

Auch hätte sich die Kirche in der Präambel der EU-Verfassung einen Gottesbezug gewünscht, weil dieser die Begrenztheit menschlichen und politischen Handelns verdeutliche und Gott als letzte Appellationsinstanz über allen Mächten dieser Welt benannt hätte.

Er wisse aber, sagte der Bischof, dass sie diese Forderungen immer unterstützt habe.

Besonders bedankte sich der Bischof bei der Bundeskanzlerin, dass sie deutlich gemacht habe, dass sich die EU nicht von der übrigen Welt abschotten dürfe, sondern Verantwortung für Entwicklung und Frieden in der Welt übernehmen wolle:

“Ich danke Ihnen für Ihr Engagement, das Gespräch mit den afrikanischen Staaten wieder aufzunehmen und die Entwicklung dieses Kontinents aktiv zu fördern. Ich danke Ihnen für Ihr Engagement, mit Israelis und Palästinensern zu verhandeln, um kleine Schritte auf etwas mehr Frieden und Sicherheit, Wohlstand und Arbeit zu gehen.”

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