Das Allerletzte (Teil 4)
Geronimo | 12. Mai 2008Es ist kein Scherz, wenn Marco Wanderwitz, der Man heißt wirklich so, sein neues Wahlrecht fordert. Denn der 32- jährige Vorsitzende der Jungen Gruppe der Union - das ist die schicke konservative Avantgarde von CDU und CSU im Bundestag - kann rechnen.
In zehn Jahren, lässt der Chemnitzer uns wissen, sind von 60 Millionen Wahlberechtigten Bundesbürgern 30 Millionen Rentner. Damit die Jungen dann noch etwas zu sagen haben, sollen künftig auch Kinder mitwählen. Natürlich weiß Wanderwitz um die Schwierigkeiten von Dreijährigen, das Kreuz an die richtige Stelle des Wahlzettels zu setzen. Deshalb ist es nur folgerichtig, dass die Eltern ihnen dieses politische Geschäft abnehmen. Und mit der neuen Stimmenmehrheit beschließen, das Kindergeld zu erhöhen, sagen wir um 300 Euro oder auch mehr? Uns beschwert derweil, dass die Reichen, ob kinderlos oder nicht, ebenfalls nur eine Stimme haben, wie alle anderen auch. Was, wenn die Mehrheit der Normalverdiener auf die Idee käme, es sich auf deren Kosten gut gehen zu lassen? Dem ist vorzubeugen, und deshalb: mit Wanderwitz zurück in die Zukunft, zum preußischen Dreiklassenwahlrecht.
Denn wir sind nun mal nicht alle gleich.
Manche sind einfach dümmer.




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