Dialog mit Pius-Bruderschaft?
Die schismatische Priesterbruderschaft “St. Pius X.” wünscht “einen Dialog im lehrmäßigen Bereich” mit dem Heiligen Stuhl, einschließlich jener Punkte, in denen Meinungsverschiedenheiten bestehen.
Das hat - laut einer Aussendung der Bruderschaft - deren Generalobere Bernard Fellay der Kommission Ecclesia Dei mitgeteilt, die im Vatikan für die mögliche Wiedereingliederung traditionalistischer Gruppen in die Kirche zuständig ist. Auch solche Fragen müssten Gegenstand des Dialogs sein, die, “wenn sie umgangen würden, das Risiko eines in der Überstürzung erarbeiteten kirchenrechtlichen Status nichtig machen würden”, heißt es in der Mitteilung der traditionalistischen Gruppe, die von dem später exkommunizierten Erzbischof Marcel Lefebvre gegründet wurde. Gleichzeitig erneuerte die Bruderschaft ihre Forderung nach einer Rücknahme der Exkommunikationsdekrete von 1988. Dies würde “die ruhige Gelassenheit eines solchen Dialogs begünstigen”.
Die Stellungnahme geht ausdrücklich auf das Ultimatum der Kommission Ecclesia Dei ein. Bis Ende Juni sollte die Bruderschaft auf dort aufgelistete fünf Verpflichtungen reagieren, darunter jene zur “Ehrfurcht vor der Autorität des Stellvertreters Christi” und zum Verzicht auf “Darstellung der Bruderschaft als in Opposition zur Kirche stehend”. Der Charakter der vatikanischen Forderungen, so die Priesterbruderschaft, sei “sehr allgemein, um nicht zu sagen ungenau”. Die Bedingungen “scheinen eher ein günstiges Klima für einen zukünftigen Dialog im Auge zu haben als genaue Verpflichtungen bezüglich feststehender Punkte”. Die Priesterbruderschaft maße sich nicht an, “ein über dem Heiligen Vater stehendes Lehramt auszuüben”; noch suche man sich der Kirche zu widersetzen. In der Nachfolge ihres Gründers wolle die Bruderschaft “weitergeben, was sie selbst empfangen hat”.
(pm 02.07.2008 gs)




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