Der Glaube ist global - Weltjugendtag in Sydney
Geronimo | 21. Juli 2008Der Weltjugendtag ist zu Ende. Was hat er gebracht, wie haben die Menschen vor Ort reagiert, was nehmen die Jugendlichen mit nach Hause. Fragen, die wir unserm Korrespondenten vor Ort, Johannes Schröer vom Domradio Köln gestellt haben.
Was hat der Papst den Jugendlichen mit auf den Weg gegeben? Gab es einen roten Faden in seinen Ansprachen?
“Papst Benedikt hat den Jugendlichen hier in Sydney Mut gemacht; er hat gesagt, sie sollen ihren Glauben zeigen: Das hat er in Ansprachen und Predigten immer wieder betont. Der Heilige Geist, der ja hier im Mittelpunkt stand, soll den Mädchen und Jungen Selbstbewusstsein geben, sie sollen von Jesus erzählen wie einst an Pfingsten; sie sollen hinaus gehen in die Welt und in allen Ländern und Sprachen den katholischen Glauben verkünden. Mission stand hier also eindeutig im Mittelpunkt. Denn - so sagte Benedikt weiter - die Jugend ist die Zukunft der Kirche. Auf sie kommt es an. Mehrfach hat der Papst auch betont, der Heilige Geist sei alles andere als der Zeitgeist, ihm müsse man Paroli bieten. Der Heilige Vater hat auch Mut gemacht, zu seinen Entscheidungen zu stehen. Klar hat er sich gegen den Relativismus der modernen Zeit ausgesprochen. Klare und mutige Enstscheidungen sind es, auf die es ankommt. Kein ‘Larifari-Glaube’, sondern offensives selbtbewusstes Auftreten hat er gefordert. Mit der Liebe Jesu im Rücken sei das gar kein Problem.”
Wie hat Australien den Weltjugendtag aufgenommen? Wie war das Echo in der Gesellschaft und in den Medien?
“Australien, und damit meine ich besonders das säkulare Australien, ist auf die katholische Kirche neugierig geworden, das kann man eindeutig nach diesen Tagen hier sagen. Hunderttausende junger Menschen, die so fröhlich ihren Glauben feiern: da haben die Leute hier schon gestaunt. Die Zeitungen und Fernsehsender haben sich überschlagen vor Enthusiasmus. Heute zum Beispiel im ‘The Australian’ - eine der größten australischen Zeitungen - breitet der Papst über die ganze erste Seite seine einladenden Arme aus, und darüber steht: ‘Popes age of renewal’ - Eine Zeit der Erneuerung habe der Papst gefordert, heißt es da. Die katholische Kirche in Australien ist nach dem Papstbesuch sicher selbstbewusster geworden. ‘Wir sind nicht allein’, sagte mir ein Mädchen aus Sydney gestern. Die Kirche ist universal, sie ist global, sie ist jung, sie ist groß und stark: Das gibt der australischen Kirche Elan für die Zukunft.”
Was meinst Du persönlich - was nehmen die Jugendlichen aus aller Welt jetzt vom WJT mit nach Hause.
“Die meisten Jugendlichen aus aller Welt haben viel auf sich genommen, das muss man eindeutig sagen, um nach Australien zu fahren. Der Weg ans andere Ende der Welt war lang und war teuer. Hat es sich für sie nun gelohnt? Ich meine ja! Denn sie haben erlebt, dass auch am anderen Ende der Welt, eine bunte, eine muntere, es eine vielfältige katholische Kirche gibt. Das heißt, sie haben die katholische Kirche als universale, globale Kirche erlebt. Wie sagte mir der deutsche Jugendbischof Bode: Es sei doch auch sehr wichtig zu zeigen, dass die Welt nicht nur ein globaler Konsumtempel sei, wo man überall McDonalds und Starbucks-Cafés findet oder dass es nur so etwas wie einen ‘globalen Terrorismus’ geben würde. Nein, viel wichtiger sei es - und das hat Sydney eindeutig gezeigt -, dass alle erleben, dass es auch einen globalen Glauben, eine globale Frohe Botschaft gibt.”
(rv 21.07.2008 mc)




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