Chinas Kirche wächst

(kircheinnot.at) Das Überleben des Christentums in China ist ein Wunder der modernen Zeit, das nur durch das anscheinend unaufhaltbare Wachstum heute übertroffen wird. Durch die bemerkenswerte Courage der Gläubigen konnte die Katholische Kirche in der letzten Zeit auf geschätzte 12 Millionen Katholiken anwachsen, trotz der brutalen Verfolgung durch die kommunistischen Machthaber.

Durch das heutige Aufblühen der Pfarrgemeinden und Ordensgemeinschaften ist es fast unmöglich, sich vorzustellen, wie brutal die Kirche während der kommunistischen Verfolgung zerschlagen wurde. Als das harte Vorgehen seinen Höhepunkt erreichte, war jegliche religiöse Aktivität eingestellt. In den 70er Jahren war letztlich jede Kirche geschlossen, viele von ihnen von den Roten Garden zerstört. Jegliche öffentliche religiöse Aktivität war erloschen. Beim letzten Lokalaugenschein von Kirche in Not im Herbst 2007 zeigte sich, dass die Erinnerung an diese Zeiten immer noch lebendig ist. Ein Bischof erzählte uns, wie er öffentlich verspottet und beschimpft wurde. Er musste die Spotthaube tragen, die allen Chinesen erlaubte, ihn öffentlich zu demütigen. Damit bestrafte ihn das Regime für seine Treue zum Glauben und seine fehlende Loyalität gegenüber den Machthabern. In weiterer Folge wurde er zum Tode verurteilt, das Urteil aber in eine Haftstrafe umgewandelt. 13 Jahre verbrachte der Bischof in Gefängnissen und Arbeitslagern. 1957 gründete das kommunistische China die Patriotische Vereinigung. Sie kontrolliert die Kirche und ihre Gläubigen bis heute. Durch diese Kontrolle kam es zur Spaltung der Katholischen Kirche in eine offizielle Kirche und die Untergrundkirche, welche jegliche Kontrolle und Zusammenarbeit mit dem Staat verweigert. Sie steht außerhalb des Gesetztes, ist illegal und kann jederzeit von den Behörden bestraft werden. Vom Inhalt und der Lehre gibt es zwischen beiden Teilen der Kirche keine Unterschiede. Es sind im Grunde nur zwei verschiedene Wege mit den Machthabern auszukommen. Aber die Kirche lebt und wächst! Es gibt viele Zeichen der Hoffnung. Die Fackel des Glaubens wird weitergegeben und brennt voller Vertrauen auf Gott, der seine Kirche nicht im Stich lässt! Schätzungen zufolge gibt es ca. 40 Millionen Christen - ein Drittel davon sind Katholiken. Chinas Priester berichten von an die 100.000 Erwachsenentaufen jährlich! Trotzdem hat die Verfolgung noch kein Ende gefunden. Bis zu 12 Bischöfe werden gefangen gehalten - unter Hausarrest, in Gefängnissen oder sind gezwungen, sich vor der Polizei zu verstecken. Trotz riesiger Schwierigkeiten halten die Christen der Unterdrückung stand, bleiben ihrem Glauben treu und laden immer mehr Leute zur Messe ein. Lassen wir die Kirche Chinas in diesen schwierigen, aber hoffnungsvollen Zeiten nicht im Stich!

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