Psychiater wollten nie öffentlich über Trump reden – sie haben ihr Schweigen gebrochen


Einige Psychiater halten Donald Trump für geistig krank      ©Evan Vucci/AP

  • Mehr als 30 Psychiater warnen in der “New York Times” vor Donald Trump
  • Ein anderer Experte verurteilt diesen Vorstoß aus fachlichen Gründen
  • Er findet, Trump als krank zu bezeichnen, beleidige die Kranken
  • Eine Zusammenfassung des Schlagabtauschs seht ihr im Video unten

Eigentlich wollten sie nie etwas über Donald Trump sagen. Weil es gegen ihren Ethik-Kodex verstößt, Ferndiagnosen über Prominente abzugeben.

35 Psychiater, Psychologen und Sozialarbeiter in den USA haben ihr Schweigen gebrochen, in einem offenen Brief an die “New York Times”. Unter ihnen sind namhafte Forscher wie Psychiater Lance Dodes, der vor seinem Ruhestand unter anderem an der medizinischen Fakultät der Harvard-Universität lehrte.

“Es steht zu viel auf dem Spiel, um zu schweigen”

Zitat

“Wir fürchten, dass zu viel auf dem Spiel steht, um noch länger zu schweigen”, schreiben sie. Und fällen ein vernichtendes Urteil:

“Herrn Trumps Reden und Handlungen zeugen von Unfähigkeit, eine andere als seine eigene Meinung zu tolerieren, was zu wütenden Reaktionen führt. Seine Worte und sein Verhalten legen eine profunde Unfähigkeit nahe, Empathie zu empfinden.

Individuen mit diesem Charakter verzerren die Realität, um sie ihrem Seelenzustand anzupassen, sie stellen Fakten infrage und jene, die sie verbreiten (Journalisten, Wissenschaftler).

In einer einflussreichen Führungsposition werden diese Angriffe wahrscheinlich stärker, weil sein großartiges Selbstbild bestätigt zu werden scheint.

Wir glauben, dass die gravierende emotionale Instabilität, die sich aus Herrn Trumps Reden und Handlungen ablesen lässt, ihn unfähig macht, das Präsidentenamt sicher auszuüben.

Narzissmus-Experte findet: Trump ist nicht krank

Der Brief hat in der Fachwelt auch Widerspruch ausgelöst. Doch auch da kommt Trump nicht gut weg.

Allen Frances, einer der führenden Narzissmus-Experten der USA, antwortet, ebenfalls in der “New York Times”.

Seine These: Trump ist nicht krank, sondern einfach so ein Ekel.

In der Fachwelt wird hierbei zwischen narzisstischer Störung und einem herkömmlichen Narzissten unterschieden. Deshalb schreibt Frances über Trump: “Er mag ein Weltklasse-Narzisst sein, aber das macht ihn noch nicht psychisch krank.”

Der Grund ist für Frances offensichtlich: Per Definition müssten Kranke unter ihrer Störung leiden. Im Fall Trumps aber litten vor allem die anderen.

“Vergleich mit Trump beleidigt die Kranken”

Was Trump treibe, sei zu offensichtlich, um psychologisch interessant zu sein. Trumps schlechtes Benehmen in die Nähe einer Krankheit zu rücken, sei der falsche Weg, dessen Attacken auf die Demokratie zu begegnen. Er sei vielmehr wegen seiner Ignoranz, Inkompetenz, Impulsivität und seines diktatorischen Auftretens zu verurteilen.

Und dann steht da noch ein Satz in Frances’ Brief, der noch vernichtender ist als alle anderen: “Es ist eine stigmatisierende Beleidigung psychisch Kranker (die sich überwiegend manierlich benehmen und es gut meinen), mit Herrn Trump (der beides nicht tut) in einen Topf geworfen zu werden.”

Auch Hitler und Stalin waren Narzissten

Unter anderem hatte Trumps ehemaliger Ghostwriter, der ihn über eineinhalb Jahre auf Schritt und Tritt begleitete, in einem Interview gesagt, würde für Trump das Buch “The Art of the Deal” noch einmal schreiben, würde es den Titel “Der Soziopath” tragen. CNN-Kolumnistin Frida Ghitis hatte Trump außerdem mit sogenanntem “Gaslighting“ in Verbindung gebracht. Eine Form der psychologischen Gewalt, die daraus bestehe “Dinge zu sagen und auch danach zu handeln und diese daraufhin zu leugnen.”

Psychologin Diamond wollte in dem Interview eben keine Diagnose abgeben – verwies jedoch auch auf zwei Staatsführer, bei denen posthum eine narzisstische Persönlichkeitsstörung diagnostiziert wurde: Adolf Hitler und Josef Stalin.

Anmerkung: Hierbei ist besonders ERDOGAN in diese Gruppierung einzureihen!

Donald Trump: “Paranoid und größenwahnsinnig”

Der Professor von der renommierten Johns Hopkins Universität in Baltimore (Maryland) ist einer der Mitbegründer von “Duty to Warn”, einer Vereinigung von Dutzenden von Psychologie-Professoren, die der Meinung sind, dass Trump für eine Präsidentschaft aufgrund seines psychischen Zustands nicht geeignet ist. “Er ist nicht nur ein Lügner und Narzisst, er ist auch paranoid, wahnhaft und größenwahnsinnig”, so Gartner.

Die Vorsitzende der Veranstaltung und Psychiatrie-Professorin an der Yale Universität, Bandy Lee, pflichtete ihm bei: “Wie einige der prominente Psychiater festgestellt haben, macht sein psychischer Gesundheitszustand Trump zum Elefanten im Porzellan-Laden.”

James Gilligan, Professor an der New York University, hält den US-Präsidenten gar für den gefährlichsten Menschen der Gesellschaft. “Während ich psychiatrische Programme in Gefängnissen leitete, habe ich mit einigen der gefährlichsten Menschen gearbeitet, die unsere Gesellschaft hervorgebracht hat”, sagte er bei der Konferenz. “Ich habe mit Mördern und Vergewaltigern gearbeitet. Ich kann von weitem erkennen, ob jemand gefährlich ist oder nicht.” Aber man müsse kein Experte sein oder 50 Jahre lang wie er geforscht haben, um zu wissen, wie gefährlich Trump sei.

Artikel teilweise von Stern und HUFFPOST entnommen.

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